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Leinölfarbe (Öl der Ahnen)

ALLGEMEIN:

Holzfenster und Türen müssen einiges aushalten: Witterungsbedingt können diese über die Jahre zum Sanierungsfall werden. Wir sanieren diese Bauteile fachgerecht und langfristig.

Speziell für den Außenbereich verarbeiten wir Lacke, basierend auf natürlichen Harzen und Ölen und nachwachsenden Rohstoffen. Sie haften dauerhaft am Holz und blättern im Vergleich zu petrochemisch erzeugten Lacken nicht ab - siehe Bild 1

Ölfarben haben in der Regel zwar deutlich längere Trocknungszeiten, sind aber sehr dauerhaft, bleiben lange elastisch und rissfrei und haben eine hohe Toleranz gegenüber Feuchtigkeit.

Die Lein/Flachs – Ölpflanze zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und wird, auf Grund der Trocknungseigenschaft ,über Jahrhunderte als Ölfarbe und als dauerhafter Oberflächenschutz an Holz-, Stein-, Metallbauteilen verwendet.

Die Ölfarbe wurde leider allmählich durch neuentwickelte schnelltrocknende petrochemisch erzeugte Kunstharzfarben verdrängt.

Von der Ölpflanze zur Leinölfarbe:

  • blühender Lein (ca. Juli - August) - siehe Bild 2

  • Vollreife ca. Ende August – Ernte etwa 10 Tage davor - siehe Bild 3

  • nach Pressung der Leinsamen zu Leinfett (Rohleinöl, Lagerung von mind. 6 Monaten)

  • danach Verarbeitung durch Filtern, Erhitzen, versetzen mit Sauerstoff usw. zu techn. Ölen. (Firnissen, Standölen,…) - siehe Bild 4

  • Zugabe von Trocknungsbeschleunigern (Sikkativen)

  • für farbige deckende Ölfarben werden Farbpigmente durch inniges „verreiben“ mit z.B. Farbmühle oder Walzenstuhl (alle RAL Farbtöne möglich) zugesetzt - siehe Bild 5

  • weitere Anwendungsmöglichkeiten sind das Verarbeiten zu Leinölkitten (Fensterkitt), Linoleum (Bodenbeläge), Schmierseife, Kosmetika, …


Ein gebrauchsfertiger Anstrich aus Lackleinöl für transparente Farbschichten besteht eigentlich nur aus Leinöl. Für farbige deckende Farbschichten werden dem Leinöl, dem gewünschten Farbton entsprechend, Farbpigmente durch inniges Vermischen / Verreiben zugesetzt.

Der Gegensatz zur Petrochemie


Dass es auch anders geht, zeigt die Firma Waldland aus dem Waldviertel in Niederösterreich.

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Industrielle petrochemische 
Kunstlackerzeugung aus Erdöl

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Leinölfarbe (Öl der Ahnen)

Farbpigmente:

Erd - Pigmente: Champagner Kreide, Rügener Kreide, Böhmische Grünerde, Sienaerden, Umbraerden, Terra Rossa, …
Mineral - Pigmente: Malachit (grün), Lapislazuli (blau), Zinnober (rot), ….
Pflanzliche - Pigmente: Krapplack, Indigo, Schüttgelb (Gelbbeere), …

Auf Grund der besseren Eigenschaften wie z. B. Lichtechtheit, chemische Beständigkeit,… werden bevorzugt anorganische Pigmente (natürlich und synthetisch hergestellte) angewendet:

  • natürliche Pigmente meist durch mechanische Aufbereitung (Mahlen, Schlämmen, Sieben…) - siehe Bild 8

  • synthetische Pigmente Herstellung durch chem. Umsetzung (Fällung, Hydrolyse oder/und einer Nachbehandlung (z.B. Glühen) - siehe Bild 9

Terpentinbalsam/Terpentinöl:

Für die Verarbeitung der Farbe wird je nach Art der aufzutragenden Schichten ein Lösungsmittel als Verdünnung benötigt. Dafür hat sich „Terpentinbalsam“ bestens bewährt.

  • Harz Balsam/Pech Gewinnung durch „Lebendharzung“ (planmäßige Verwundung an harzhaltigen Nadelholzarten wie Schwarzföhre, Kiefer, Lärche, Fichte,…) - siehe Bild 6

  • dieses Harz/Pech wird durch Wasserdampfdestillation (Pechsiederei) in flüssiges Terpentinöl/Balsam und festes Kolophonium getrennt - siehe Bild 7

 

 

Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde:

  • Lein - nachwachsender Rohstoff – in hohem Maß umweltverträglich

  • regionale Anbaumöglichkeit (NÖ, OÖ, …) - siehe Bild 10

  • Sicherung von Arbeitsplätzen

  • durch extreme Langlebigkeit der Anstriche – Ressourcenschonung

Download PDF Leinölfarbe/Kunstharzfarbe - Pro/Contra

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